Joinery

Das Anliegen des Vereins Joinery, der 2018 gegründet wurde, ist in unterschiedlichen Formaten die junge zeitgenössischen Kunst und ihre Akteur*innen zu fördern, sichtbar zu machen, ihre Anliegen zu vermitteln sowie einen umfassenden Austausch mit einem breiten Publikum zu ermöglichen.

Hyperpresence - 25 Jahre Liste

Ein Videoprojekt, organisiert von der Joinery, mit Michael Etzensperger, Katrin Niedermeier und Jodok Wehrli, in Zusammenarbeit mit dem Institut Kunst HGK FHNW in Basel anlässlich des 25-jährigen Jubiläum der Liste Art Fair Basel.

1996 wurde die Liste Art Fair Basel als Ort für das Neue in der zeitgenössischen Kunst gegründet. Seitdem intensiviert sie Jahr für Jahr die Gegenwart. Die 25. Ausgabe der Liste nimmt die Joinery jetzt zum Anlass, die aktuelle Gegenwart durch den Blick auf die vergangenen anzusehen. Bei diesem Blick zurück wird man die Vergangenheit nicht ändern, aber mehr über sie erfahren, was sich auf unser Leben in der Gegenwart auswirken kann.  Zur Feier des 25-jährigen Jubiläums der Liste initiierte die Joinery eine Kollaboration mit dem Institut Kunst HGK FHNW in Basel. Drei Absolventen des Institut Kunst setzen sich mit dem Bildarchiv der Liste auseinander. Durch ihren jeweils spezifischen künstlerischen Blick rekontextualisierten die Künstler*innen Michael Etzensperger, Katrin Niedermeier und Jodok Wehrli die Dokumentation der letzten 25 Jahre Liste und entwickelten aktuelle Anliegen, die als Videoarbeiten im Aussenbereich der Liste präsentiert werden.

Die Joinery bedankt sich herzlichst bei allen Förderern des Videoprojektes:
Balima Stiftung
Dr. Georg und Josi Guggenheim-Stiftung
Hans und Renée Müller-Meylan Stiftung
Jacqueline Spengler Stiftung
Swisslos-Fonds Basel-Stadt

Michael Etzensperger – I think slogans oversimplify my views

Für seinen Film „I think slogans oversimplify my views“ hat Michael Etzensperger aus dem Bildarchiv der Liste Fotografien von Kunstwerken zusammengetragen, die Schrift beinhalten. Die Bilder sind zum Teil stark beschnitten, so dass die Botschaften der Bilder in den Fokus rücken und jeglichen Kontext ausschliessen. Die Slogans und Textfragmente sind zu satzartigen Gebilden zusammengefügt und bilden so neue Bedeutungsebenen.

Die Reproduktion und das Medium Fotografie spielen in den Arbeiten von Michael Etzensperger eine entscheidende Rolle. Ungewohnte Sehperspektiven sind ein zentrales Merkmal der oft überarbeiteten Fotografien. Durch extreme Close-up’s, Telezooms oder Transformationen durch Lichteinstrahlung bewegen sich die Bilder oft nahe der Grenze zur Abstraktion. Etzensperger findet seine Motive nicht nur in (kunst-)historischen oder ethnologischen Abbildungen, sondern auch in Werbereklamen des städtischen Raums oder in seiner unmittelbaren Umgebung.

Michael Etzensperger (*1982, lebt und arbeitet in Zürich und Berlin) hat 2019 seinen Master in Fine Arts am Institut für Kunst HGK FHNW abgeschlossen. Er hat seine Werke bereits in Ausstellungen in der Kunsthalle Winterthur (2019), im Kunsthaus Baselland (2019), im Kunstmuseum Winterthur (2019), im Ausstellungsraum Last Tango, Zürich (2018), in der alten Fabrik Rapperswil (2016) oder im Museo Amparo (2015), Puebla, Mexiko ausgestellt. 

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Katrin Niedermeier – virtual retrospection

Katrin Niedermeiers Videoanimation „virtual retrospection“ ist eine virtuelle Ausstellung der letzten 25 Jahre Liste, die aus der Perspektive eines Kurators gesehen wird, der von weltlichen Beschränkungen wie dem Raum befreit ist. Das Video besteht aus digital reproduzierten Kunstwerken, Fotomaterial und Schnappschüssen und zeigt verschiedene wichtige Ereignisse der Liste während der letzten 25 Jahren. Das Werk inspiziert retrospektiv das eng verwobene Netz einer Kunstmesse wie der Liste, einschliesslich der Künstler*innen, ihrer Kunstwerke, Galerien, Besucher*innen, der Messe und ihres Teams, aber auch des Ortes selbst.

In ihrer künstlerischen Praxis thematisiert Katrin Niedermeier häufig das Gebiet menschlich konstruierter Wunschräume, fiktiver oder realer Natur und untersucht, wie sich jene in Form von „arkadischen“ Gärten, virtuellen Landschaften oder persönlichen Phantasien manifestieren. Ihre Arbeit zeigt die sich stetig wandelnde Beziehungen zwischen virtuellen und analogen Räumen und bewegt sich in ihrer Umsetzung und Entwicklung genau an der Grenze dieser beiden Bereiche. Vielfach sind digitale Formate, meist Animationen, Ausgangspunkte ihrer Werke, welche sie dann in Installationen, physischen Objekten und Malereien übersetzt und miteinander in Dialog treten lässt. Hierbei wird die virtuelle Welt, als Entität mit eigener Autorenschaft hinterfragt sowie ihr Potential und ihre Wirkungskraft im Analogen wie Digitalen ausgelotet. 

Katrin Niedermeier (*1979, lebt in Weil am Rhein und arbeitet in Basel und Weil am Rhein) hat zwischen 2014 und 2019 ihren Bachelor und Master in Fine Arts am Institut für Kunst HGK FHNW absolviert. Zu den jüngsten Ausstellungen und Screenings gehören die Gruppenausstellung „Avatare, Doppelgänger und allegorische Landschaften“ im HeK, 2019; „I and the machine“, Galerie für Gegenwartskunst, E-Werk in Freiburg; “Kaliningrad Museum of Fine Arts “, Kaliningrad; “videocity Basel – Kaliningrad”, TBA21-Academy; „The Current ll“, Chus Martinez, Convening #2: Phenomenal Ocean Space, Venice, 2019; „ihood“ im Kunsthaus Baselland (2019); „color your color“ Ewha Media Art Presentation, (EMAP), in Seoul (2019), in der Hidden Bar während der Art Basel in Basel (2019) und die Gruppenausstellungen „Hyperconscience“ im Shadok, Strasbourg (2018); „trans environmental exercises“ im Atelier Mondial in Basel (2018) und „Kurs“ im Raum 103 in Basel (2018).

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Jodok Wehrli – Arbeit, Arbeit, Arbeit

In seinem Video „Arbeit, Arbeit, Arbeit“ wirft Jodok Wehrli einen Blick hinter die Kulissen der Liste und würdigt jene Arbeit, die sonst unsichtbar ist. Durch die rhythmische Verbindung der Bilder schafft Wehrli eine fliessende Collage, die verschiedene Formen von Arbeit konterkariert und deren Wertigkeiten auf eine Ebene stellt.

Seine konzeptbedingte Praxis oszilliert zwischen installativen, skulpturalen und multimedialen Darstellungsweisen, wobei sich die Inhalte auf die Logik und das Absurde und deren für die gesellschaftliche Realität konstitutive Beziehung fokussieren.

Jodok Wehrli (*1994, lebt und arbeitet in Basel) und hat 2019 seinen Bachelor in bildender Kunst am Institut für Kunst HGK FHNW abgeschlossen. Zu seinen aktuellsten Ausstellungen zählen: „Auswahl 19“, Aargauer Kunsthaus, Aarau, 2019; „Now This“, Wurm, Basel, 2019 „I-Hood“, Kunsthaus Baselland, Muttenz, 2019; "Büro für absolut Relevantes“, Rathaus für Kultur, Lichtensteig, 2018; "I Myself in ten years Now“, Bolag, Basel, 2018; „Insite“, Der Tank, Campus der Künste, Basel, 2017.

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